Theater:

ALTES TESTAMENT - Aus dem Tagebuch der Menschheit

Ein Projekt von Volker Hesse

HAUS EINS
Sa. 16.Jun.2018 - 19:00 bis ca. 22:15
SCHAUSPIELHAUS

iCAL
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Die Bibel ist eines der bekanntesten Bücher der Welt und eine der Säulen unserer abendländischen Kultur. Die Ausgaben der „Heiligen Schrift“ erreichen weltweit jährlich eine Auflage von ungefähr 20 Millionen. Übersetzt wurde das Buch der Bücher in rekordverdächtige 2303 Sprachen. Dennoch nimmt das Bibelwissen hierzulande ab, immer weniger Menschen haben die Bibel tatsächlich gelesen oder kennen eine Vielzahl der Figuren und Geschichten. Dabei waren die Texte der Bibel jahrhundertelang eine der wesentlichen Inspirationsquellen für Kunst, Literatur und Musik.
Das Alte Testament, auf das sich in Teilen auch Judentum und Islam beziehen, ist ein geschichtsmächtiges Narrativ und einer der einflussreichsten Texte der abendländischen Kultur. Als Mythos entstand es aus einem jahrhundertelang erst mündlich überlieferten, später schriftlich fixierten tiefen Menschheitswissen heraus und vermag bis heute die Natur des Menschen, seine Hoffnungen, Ängste und Widersprüche und unser immer wieder scheiterndes Zusammenleben zu erklären. Die Geschichten im Alten Testament – von der Schöpfungsgeschichte über die Sintflut, Kain und Abel, den Turmbau zu Babel, Josef in Ägypten bis hin zu Moses, der Gott im brennenden Dornbusch erkannte, die zehn Gebote empfing, und viele mehr – versinnbildlichen anthropologische Konstanten und archetypische Vorgänge: Kreativität und Zerstörungswut, Krieg und Frieden, Glauben und Gehorsam, Freiheit, Recht und Gesetz, Liebe und Ausbeutung. In mächtigen Bildern wird eine grausame, chaotische, undurchschaubare Welt und Natur entworfen – der der Mensch immer wieder Würde und Zivilisation abzutrotzen versucht.
Die Leidenschaft des Regisseurs Volker Hesse, der in der Saison 2016.2017 mit „Geächtet“ von Ayad Akhtar einen vielbeachteten Publikumserfolg inszenierte, gilt neben der konzentrierten Arbeit mit Schauspieler*innen immer wieder der Arbeit mit Laien. Um die Jahrtausendwende begann er in der Schweiz, Landschaftstheater und große Freilichtaufführungen zu inszenieren. In der Beschäftigung mit Texten aus dem Alten Testament aus dem „Buch der Bücher“ sieht er die Möglichkeit, zusammen mit professionellen Darsteller*innen und Laien dem oft oberflächlichen Reizdruck unserer Gegenwart einen langen Atem, eine anthropologische Dimension und archaische Kraft entgegensetzen zu können.