Theater:

ROMEO UND JULIA

Tragödie von William Shakespeare, aus dem Englischen von Frank-Patrick Steckel

HAUS EINS
Do. 30.Mär.2017 - 19:30 bis ca. 22:20
SCHAUSPIELHAUS

iCAL
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„Der Fluss der wahren Liebe floss nie sanft“, stellt Lysander am Beginn von „Ein Sommernachtstraum“ ernüchtert fest. Während seine Beziehung mit Hermia nach vielen, mitunter auch quälenden Irrungen im Wald von Theben am glücklichen Ende doch Bestand behält, hat William Shakespeare, beziehungsweise das Schicksal, mit zwei anderen jungen Liebenden etwas ganz anderes im Sinn. Dabei beginnt auch „Romeo und Julia“, kurz nach dem „Sommernachtstraum“ entstanden und nah mit ihm verwandt, fast komödienartig. Der schwärmerische junge Montague, Romeo, trifft auf einem Fest der Capulets, einer verfeindeten Familie, auf die Tochter des Hauses und verliebt sich heftig in sie. Nach diesem schicksalhaften Zusammentreffen will der Heißsporn, bis dahin eher selbstverliebt und noch mächtig grün hinter den Ohren, aus dem Automatismus von Gewalt und Gegengewalt der Familienfehde aussteigen. Jedoch die Welt um ihn herum lässt das nicht zu. Mit dem Tod Mercutios und Tybalts driftet das Stück unaufhaltsam in die Tragödie.
Aus grauer Vorzeit stammende Rivalität verfeindeter Clans, männliches Imponiergehabe und Streitlust stehen dem Glück zweier Menschen im Wege, und dennoch schweißt all das sie nur umso fester zusammen. Was Romeo und Julia verbindet und sie am Ende sogar freiwillig in den Tod gehen lässt, ist nicht nur zum Ideal romantischer Liebe geworden, es ist auch ein Hoffnungsschimmer für die Gesellschaft. Das Prinzip von Auseinandersetzung und Krieg fordert große Opfer, wird aber schlussendlich doch durch die Liebe und, so will es die Tragödie von Schicksal und Zufall, den Tod zu Fall gebracht und führt zu später Versöhnung.
„Romeo und Julia“ ist und bleibt die berühmteste Liebesgeschichte, die je für eine Bühne geschrieben wurde. Seit seiner Uraufführung um 1596/7 hat Shakespeares frühes Meisterwerk in unzähligen Inszenierungen das Publikum in seinen Bann gezogen, unterhalten und zu Tränen gerührt. Im 400. Todesjahr des britischen Dichters wird seine Landsfrau Lily Sykes die Liebes-Tragödie inszenieren. Am Schauspielhaus Graz hatte sich Sykes im vergangenen Jahr mit dem von der Kritik vielbeachteten Abend „Cactus Land“ dem Publikum vorgestellt.